Dr. Oetker: Studentenfutter - Die Maxiversion

Dr. Oetker: Studentenfutter – Die Maxiversion Heyne Verlag München 2011, 160 Seiten, 9,95 €

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Es gibt Tage, da denke ich wehmütig an meine Studentenzeit zurück. Weniger wegen der Lerninhalte oder der schon damals völlig überfüllten Hörsäle, denn aufgrund der Wohnumgebung, in der ich mich damals befand. Ich verbrachte meine gesamte Studentenzeit nämlich anders, als dies viele andere deutschsprachige Studierende hierzulande tun, in einem Studentenwohnheim. Zusammen mit 16 anderen Studenten aus aller Welt teilte ich einen gemeinsamen Wohnflur. Neun davon gab es in unserem idyllisch gelegenen Wohnheim inmitten der Herrenhäuser Gärten in Hannover. Was für viele meiner deutschen Mitstudenten höchstens dann infrage kam, wenn sie selbst im Ausland studieren, war für mich und die wenigen anderen meiner Landsleute, welche sich für diese Wohnvariante entschieden hatten, ein Geschenk.

Wir lernten im Wohnheim quasi hautnah und so ganz nebenbei die Kultur, Sitten und Gebräuche vieler anderer Länder kennen, und schlossen noch dazu Freundschaften mit Menschen, die wir sonst vielleicht nie getroffen hätten. Die Gemeinschaft war sprichwörtlich etwas ganz Besonderes, auch, was das Kulinarische betraf. Hier konnte jeder von jedem etwas über die typische Küche seines Landes lernen. Natürlich in erster Linie Gerichte, die schnell gemacht und preiswert waren – das klassische Studentenfutter eben.

Diese Vielfalt von leckeren, preisgünstigen und schnell gemachten Gerichten aus aller Welt habe ich nun wiederentdeckt – und zwar im Dr. Oetker Kochbuch Studentenfutter – Die Maxiversion aus dem Heyne Verlag. Studentenkochbücher mit günstigen Gerichten gibt es ja viele, aber nur hier habe ich eine wunderbare bunte Zusammenstellung von schmackhaften Gerichten aus vielen unterschiedlichen Ländern entdecken dürfen.

Nach einer kurzen Einführung über notwendiges Küchenzubehör und Gewürze geht es gleich in die Vollen. Angefangen bei Channa Dal (Indische gelbe Erbsensuppe) aus der ersten Rubrik mit dem Titel „Mal was Suppiges“ über Bitotschiki (russische Frikadellen) – Rubrik „Leckeres aus Topf und Pfanne“ – , Provenzalischen Gemüseauflauf – Rubrik „Heißes aus dem Ofen“ – , Dolma (türkisches gefülltes Gemüse) – Rubrik „Fleischlos glücklich“ und Tacos mit Hackfleischfüllung – Rubrik „Für den kleinen Hunger“ bis hin zu süßer Österreichischer Topfencreme mit Beeren – Rubik „Sweets for my Sweet“ kann man auf kulinarische Weltreise gehen. Auch die drei weiteren Rubriken „Pasta and more“, „Fisch geht immer“ und „Let’s Wok“ bieten fantasievolle Küchenkreationen aus aller Welt für hungrige Studenten an.

Jedem der über 70 verschiedenen Rezepte ist eine Doppelseite mit Bild, Zutatenliste und Nährwertangaben sowie ausführlicher Schritt-für-Schritt Anleitung gewidmet. Außerdem gibt es zu jedem Gericht genaue Mengen- und Zeitangaben für die Zubereitung. Von 10 bis 90 Minuten ist alles vertreten, je nachdem, wie hungrig man ist und wie viel Aufwand man für sein Mahl in Kauf nehmen möchte. Alle Rezepte eint, dass aus wenigen Zutaten stets etwas Wunderbares entsteht, was schmeckt und satt macht. Und dass man dafür kein Meisterkoch sein muss, sondern ruhig Küchenlaie sein darf.

Nützliche Tipps und Tricks am Rande fast jeden Rezeptes
machen selbst Kochanfänger schnell zu Profis am Herd. Beim Durchblättern findet man zudem stets das Gericht, was zum aktuellen Kühl- und Vorratsschranksortiment passt. Ich habe meinerseits beim Durchblättern nun schon richtig Hunger bekommen. Darum schließe ich meine Erläuterungen mit einer einfachen Feststellung: Dr. Oetker Studentenfutter – Die Maxiversion gehört in jede gut sortierte studentische Küche!

10 von 10 Sternen